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Blog Detail - Markus Schwarzgruber
Englisch als Geschäftssprache für Unternehmen wirklich sinnvoll?
Publiziert am 03.11.2008 von Markus Schwarzgruber
Heute habe ich einen interessanten Artikel im Handelsblatt gelesen:
"Wer modern sein will, ist nur naiv" (Ein Interview von Claudia Tödtmann mit Management-Guru Reinhard Sprenger)
Sprenger wendet sich dabei hauptsächlich gegen die "Unsitte", dass Unternehmen sich Englisch als Geschäftssprache auferlegen. Seiner Meinung nach verliert damit ein Unternehmen die kollektive Identität. Unternehmen geben sich als ortlose Konstrukte. Die Wurzeln der Sprache und damit der örtlichen Verankerung gehen damit verloren. Sprenger prognostiziert damit den Unternehmen Energieverlust und geringeres Selbstwertgefühl.
"Für mich ist es kein Zufall, dass die Schwäche der deutschen Wirtschaft mit der alltäglichen Verbreitung der englischen Sprache zusammenfällt." (Zitat Sprenger).
Deutsche Unternehmen wechseln lieber von erstklassigem Deutsch zu schlechtem Englisch, um kompetent zu wirken. Wird dagegen ein Dolmetscher eingesetzt und jeder spricht in seiner Muttersprache, so geht man respektvoll mit Unterschieden um und zeigt ein Bemühen um das Verstehen seiner Geschäftspartner.
An diser Stelle kam mir ein Kreativ-Workshop in Namur (Belgien) in den Sinn, den ich vor einigen Jahren durchgeführt habe. 30 Teilnehmer sprachen keine durchgängige Sprache. Meine Lösung damals: alle durften in ihrer Lieblingssprache sprechen (deutsch, französisch, englisch und flämisch) und die Personen um den jeweiligen Sprecher hatten die Aufgabe, das Gesagte in die jeweils drei übrigen Sprachen simultan zu übersetzen. Nach aussen hörte es sich an wie eine internationale Party. Da jedoch jeder sich nur auf seine Sprache konzentrierte, filterte er die übrigen aus. Der Effekt: Der Workshop war ein voller Erfolg und dauerte keine Sekunde länger als einsprachige Vergleichsworkshops und das bei einer höheren Kreativität.
Da es in der heutigen Zeit erforderlich ist, Englisch zu sprechen, fordert Sprenger die Unternehmen auf, Unterschiede zu ehren und Vielfalt zu erhalten.
"Europa muss unbedingt wieder lernen, für seine Traditionen und kulturellen Eigenheiten einzustehen. Europa wird untergehen, wenn es nicht für seine Sprachen kämpft." (Zitat Sprenger)
Den vollständigen Artikel finden Sie unter: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/strategie/wer-modern-sein-will-ist-nur-naiv;1050797

