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Erfahrungsbericht eines Teilnehmers der Ausbildung zum Systemischen Berater

Mein Weg zum systemischen Berater
Autor: Christoph Trinkl


Motivation

Nachdem ich eine umfassende NLP- Ausbildung absolviert hatte, konnte ich diese in meinem beruflichen Alltag bei miner Firma, die Beratung für mittelständische Unternehmen, vor allem in den Bereichen Kundenorientierung und Mitarbeiterentwicklung (vom Mitarbeiter zum Mitdenker) anbietet, sehr gut nutzen. Ich musste aber auch feststellen, dass mir speziell im immer mehr gewünschten Bereich des Coaching, der Einzelberatung, doch noch wichtige Elemente fehlten.

Im persönlichen Gespräch treten immer wieder überraschende Entwicklungen auf, die dann vom Coach oder auch vom Vorgesetzten professionell bewältigt werden sollten. Hier wollte ich mir noch mehr Sicherheit und Anwendungswissen erarbeiten. Besonders wichtig war mir dabei das persönliche Erleben, da dies für mich eine besonders effektive Form des Lernens ist.

So machte ich mich auf die Suche nach einem erfahrenen und praxisbezogenen Ausbilder, bei dem ich dann wieder meine Wochenenden fernab der Familie (Kommentar: "O Gott, schon wieder ?") verbringen wollte.

Ich fragte bei dem mir bekannten Beratungs- und Trainingsunternehmen Stöger & Partner in Markt Schwaben bei München an. Hans Stöger erklärte mir die von ihm konzipierte, bewährte Ausbildung umfassend. Ich meldete mich an.

Es geht los

Schließlich war es dann soweit - wir trafen uns in Erding und begannen unsere Ausbildung mit der Klärung, was denn ein systemischer Berater nun eigentlich sei - bereits dies gab mir zu denken, hatte ich doch bisher auf die altbewährte "Expertenberatung" gesetzt. Am Anfang viel es mir auch in den Übungen schwer, "nur systemisch" (also "mit Fragen führend") zu sein, ich sah aber schnell die besseren Ergebnisse - das hat mich überzeugt.

Hans fasste das Thema in seiner bekannt lockeren Art zusammen: "Als systemischer Berater habt Ihr die Fragen und der Klient die Antworten"! - ein überzeugendes Argument.

"Beziehungsbrett" nach Prof. Grau

Danach beschäftigten wir uns mit dem "Beziehungsbrett" nach Prof. Grau. Hierbei handelt es sich um eine Art Schachbrett, bei dem der Kunde diverse Figuren aufstellen und sich so besseren Überblick über seine Situation mit den Personen, aber auch der Beziehung der Personen untereinander verschaffen kann.

Bei dieser Arbeit erlebte ich als "logisch denkender Mensch" intensiv, wie wichtig es ist, die menschlichen Emotionen auch im betrieblichen Kontext zu kennen und dem Unternehmer und seiner Führungsmannschaft bewusst zu machen. Das ist sicherlich eine ganz entscheidende Erkenntnis, die ich von dieser Ausbildung mitnehme. Bisher konnte ich mit der emotionellen Seite im Unternehmen bei meinen Beratungen nicht optimal umgehen und dem Gesprächspartner so nicht mit letzter Konsequenz helfen.

Das Bewusstwerden ist die eine Seite, Umsetzung die andere. Auch dies ist beim "systemischen Berater/Coach" sichergestellt.

Aufstellungsarbeit

Der nächste Set befasste sich mit Aufstellungsarbeiten. Dies sagte mir anfänglich eigentlich wenig, das sollte sich aber schnell ändern.

Nach Benennung eines Problems stellte der "Problembesitzer" sich und alle an seinem Problem beteiligten Personen auf. Die Kursteilnehmer wurden zu Kollegen, Kunden, Lieferanten. Auch ich gedachte zuerst einen Kollegen nur zu spielen, stellte aber dann fest, dass ich die Empfindungen dieses Kollegen auf einmal wahrnahm, fühlte mich sozusagen mit seinen Emotionen "überlagert" und war reichlich überrascht. "Ausgewachsene Männer" wurden von den Emotionen der Person, die sie spielten, übermannt oder äußerten sich genau in dem Wortlaut und der Art, wie sich die Betroffenen auch äußerten. Ich erlebte eine wahrhaft neue Dimension.

Erschöpft, immer noch erstaunt und um viel Erfahrung reicher beendeten wir den zweiten Teil der Ausbildung. Mir hat dies die Überzeugung gegeben, dass Emotionen einen überaus wichtigen Teil des Erfolgs in Unternehmen ausmachen und dass es gut ist, diese Emotionen steuern und mit ihnen umgehen zu können.

Was würden wir diesmal im dritten Teil erleben? Ich freute mich schon auf die vertraute Gruppe, die nun schon so richtig zusammengeschweißt war und von ihren jeweiligen Erlebnissen zwischen den Sets erzählte. Dabei wurde klar, dass das Erlebte und Erlernte auch in der Praxis das Leben erleichtert und zu erstaunlichen Fortschritten führt.

Wichtig erschien mir auch die Sicherheit, die einem so eine Gruppe gibt, um Neues auszuprobieren und zusammen lernen zu können.

Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie

Das Thema war diesmal "Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie". Die Spannung, was nun ich mit "Therapie" anfangen sollte, stellte sich bereits ein paar Tage vorher ein ... ! Der Vorteil dieser Methode liegt in der schnellen Anwendbarkeit in der Praxis und in der unbedingten Ausrichtung auf das Ziel und erste Veränderungen. Dadurch ist sichergestellt, dass praktische Fortschritte erzielt werden. Die Hinwendung zum Problem und das sich "Suhlen" in Hilflosigkeit wird mit dieser Methode ausgeschlossen.

Ich erlebte so eine Art "Schalter-umlegen-Effekt", da ich plötzlich (z.B. nach Stellen der Wunderfrage) ganz neue Sichtweisen erhielt und unbefangen mit den Lösungsmöglichkeiten umgehen konnte.

Auch das Abfragen der Einstellung vor dem Prozess und danach (Skalierungsfrage) bringt neue Motivation und Fortschritt.

Integration

Ich warte nun mit Spannung auf den vierten Teil, bei dem wir eine Integration des Gelernten erleben werden. Dazu haben wir Bekannte sowohl aus dem privaten als auch aus dem beruflichen Umfeld eingeladen, die in einer ca. zweistündigen Sitzung mit uns systemischen Beratern an einer realen Problemstellung arbeiten wollen. Zusammen mit der Gruppe und den Trainern ergeben sich hier sicherlich interessante neue Sicht-weisen und gute Chancen, das Problem zu lösen. Für uns ist diese "Live- Beratung" sicherlich der krönende Abschluss unserer Ausbildung. Ich bin mir auch sicher, dass wir das Rüstzeug für eine erfolgreiche Beratung bekommen haben und dieses nun anwenden können.

Zusammenfassung

Mich hat das Erlebte sehr geprägt, und es hat mir neue Sichtweisen vermittelt. In angenehmer Atmosphäre, mit einer guten Gruppe dies erleben und anwenden zu können, war ein ganz besonderes Erlebnis und brachte mir ein Ergebnis an Umsetzbarkeit, welches ich in bisherigen Ausbildungen bei weitem nicht in diesem Maße erreichen konnte. Ich kann die Ausbildung von Stöger & Partner zum systemischen Berater/Coach vor allem Führungskräften empfehlen, da diese danach das Thema Führung sicherlich neu definieren werden.